GmbH liquidieren: Ablauf, Kosten und Pflichten

GmbH liquidieren: Ablauf, Kosten und Pflichten

Die Liquidation einer GmbH ist ein klar geregelter Prozess zur Auflösung einer Gesellschaft. Unternehmer greifen darauf zurück, wenn eine GmbH nicht verkauft, sondern vollständig beendet werden soll – freiwillig oder aus wirtschaftlichen Gründen.


03/04/2025     Auktionen, Insolvenz

Dieser Artikel beantwortet alle zentralen Fragen und zeigt den Unterschied zum Verkauf, den Ablauf des Sperrjahrs, die Rolle des Liquidators und vieles mehr.

Was bedeutet „Liquidation“ einer GmbH?

Die Liquidation bezeichnet die geordnete Auflösung einer GmbH mit dem Ziel, alle Vermögenswerte zu verwerten, offene Verbindlichkeiten zu begleichen und das Restvermögen an die Gesellschafter auszuschütten. Am Ende steht die Löschung der GmbH im Handelsregister – sie existiert dann nicht mehr rechtlich.

Unterschied: GmbH liquidieren oder verkaufen?

Beim Verkauf bleibt die GmbH als juristische Person bestehen, lediglich Gesellschafterstruktur oder Geschäftsführung ändern sich. Die Firma kann unter neuem Eigentümer weitergeführt werden.

Bei der Liquidation hingegen wird die GmbH endgültig geschlossen. Diese Option bietet sich an, wenn:

  • keine Nachfolger oder Käufer gefunden werden
  • ein geordneter Rückzug gewünscht ist
  • die Gesellschaft nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden soll

Fazit: Verkauf ist Übergabe – Liquidation ist Abwicklung.

Wie läuft die Liquidation einer GmbH ab?

Die Liquidation folgt einem gesetzlich vorgeschriebenen Ablauf gemäß §§ 60 ff. GmbHG:

  1. Gesellschafterbeschluss zur Auflösung (notariell beurkundet, 75 %-Mehrheit)
  2. Eintragung der Liquidation im Handelsregister
  3. Beginn des Sperrjahrs
  4. Verwertung des Vermögens, Schuldenausgleich
  5. Schlussrechnung und Verteilung des Restvermögens
  6. Löschungsantrag im Handelsregister

Wann beginnt das Sperrjahr?

Das Sperrjahr beginnt mit der Eintragung der Liquidation im Handelsregister. Es dauert mindestens 12 Monate und dient dem Gläubigerschutz. In dieser Zeit müssen sich Gläubiger melden können. Eine vorzeitige Beendigung ist nicht möglich – das Sperrjahr ist zwingend.

Ist ein Notar für die Liquidation einer GmbH notwendig?

Ja. Der Gesellschafterbeschluss zur Auflösung der GmbH muss notariell beurkundet werden, ebenso die Anmeldung zum Handelsregister. Der Notar übernimmt auch die elektronische Einreichung der Beschlüsse.

Wer ist der Liquidator einer GmbH?

Der Liquidator übernimmt die Geschäftsführung während der Abwicklung. Er hat dieselben Rechte und Pflichten wie ein Geschäftsführer – allerdings mit dem Ziel der Beendigung der GmbH.

Wer bestimmt den Liquidator?

In der Regel wird der bisherige Geschäftsführer zum Liquidator bestellt, sofern die Gesellschafter keinen anderen benennen. Die Bestellung erfolgt durch Gesellschafterbeschluss und muss im Handelsregister eingetragen werden.

Wie wird der Liquidator bestellt?

  • Gesellschafterbeschluss (notariell)
  • Eintragung beim Handelsregister
  • Angabe von Name, Geburtsdatum, Anschrift und Vertretungsregelung

Was macht ein Liquidator einer GmbH?

Der Liquidator hat folgende Aufgaben:

  • Abwicklung der laufenden Geschäfte
  • Begleichung von Verbindlichkeiten
  • Einzug offener Forderungen
  • Verwertung von Vermögenswerten
  • Durchführung des Sperrjahrs
  • Erstellung der Liquidationsschlussbilanz
  • Verteilung des Restvermögens an Gesellschafter
  • Veranlassung der Löschung der GmbH

Wichtig: Der Liquidator haftet für Pflichtverletzungen – insbesondere bei Vernachlässigung von Gläubigerinteressen.

Welche Pflichten hat ein Liquidator?

  • Ordnungsgemäße Buchführung und Bilanzierung
  • Anmeldung zur Löschung nach Ablauf des Sperrjahrs
  • Archivierungspflicht der Unterlagen für 10 Jahre
  • Information der Gläubiger über die Auflösung
  • Anmeldung zur Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer
  • Falls nötig: Durchführung einer öffentlichen Bekanntmachung

Was kostet ein Liquidator einer GmbH?

Die Kosten variieren, je nach Umfang und Komplexität. Grobe Richtwerte:

  1. Notarkosten (Beschluss + Registeranmeldung): ca. 300–600 €
  2. Liquidator-Honorar (sofern extern beauftragt): frei vereinbar, meist ab 1.000 € aufwärts
  3. Steuerberatung für Bilanzierung und Abschlüsse: ca. 1.000–2.000 €

Tipp: Wird der Geschäftsführer selbst zum Liquidator bestellt, können Honorare gespart werden.

Kann ich das Bankkonto der GmbH während der Liquidation auflösen?

Nicht sofort. Das Bankkonto der GmbH bleibt bis nach Ende der Liquidation aktiv, um Zahlungen abzuwickeln. Erst nach Verteilung des Vermögens und Abschluss aller Transaktionen kann das Konto aufgelöst werden.

Wann wird eine GmbH offiziell liquidiert?

Die GmbH gilt als liquidiert, wenn sie im Handelsregister gelöscht wurde. Dies erfolgt nach:

  1. Ablauf des Sperrjahrs
  2. vollständiger Abwicklung
  3. Abgabe der Schlussrechnung
  4. Anmeldung der Löschung durch den Liquidator

Was passiert mit dem Vermögen der GmbH?

Nach Begleichung aller Verbindlichkeiten wird das verbleibende Restvermögen anteilig an die Gesellschafter verteilt. Grundlage dafür ist der letzte Gesellschafterbeschluss bzw. der Gesellschaftsvertrag.

Wie AssetOrb GmbH-Liquidationen effektiv begleitet

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Ziel ist eine rechtssichere, marktgerechte und zügige Verwertung, die den Liquidationsprozess nicht verzögert, sondern effizient unterstützt. Dank unserer langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Insolvenzverwaltern, Steuerberatern und Rechtsanwälten sind wir ein verlässlicher Partner in jeder Phase der GmbH-Liquidation.

Fazit: GmbH-Liquidation professionell und rechtssicher umsetzen

Die Liquidation einer GmbH ist ein komplexer, aber klar strukturierter Vorgang mit rechtlichen, steuerlichen und organisatorischen Pflichten. Wer diesen Weg geht, sollte alle Fristen einhalten, die Gläubigerinteressen wahren und den Überblick über Vermögenswerte behalten. Ein erfahrener Liquidator, eine vorausschauende Planung und die professionelle Verwertung von Betriebsvermögen sind entscheidend für eine reibungslose Abwicklung.

AssetOrb steht als starker Partner an Ihrer Seite, wenn es darum geht, betriebliche Assets effizient und marktgerecht zu verwerten – sei es im Rahmen einer freiwilligen Liquidation, Nachfolgeregelung oder im Insolvenzfall.